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Was ist Horseball?

Horse-Ball ist Korbball zu Pferde.

Inspiriert von traditionellen orientalischen Reiterspielen und dem Pato Südamerikas entstand in Frankreich (nicht, wie der Name vermuten läßt, in England) dieser neue Pferdesport.

Horse-Ball ist eine Pferdesportart und kann als eine Kombination aus Handball und Basketball zu Pferd umschrieben werden.

Es wird von zwei Mannschaften mit je sechs Reitern gespielt, von denen immer je vier im fliegenden Wechsel gleichzeitig auf dem Spielfeld sind. Dieses ist zwischen 60 und 75 Meter lang und 20 bis 30 Meter breit. Ein Spiel geht dabei über zwei Halbzeiten á 10 Minuten mit 3 Minuten Pause zwischendurch.

Ziel des Spieles ist es, einen mit sechs Lederschlaufen versehenen fußballgroßen Ball durch einen senkrecht hängenden Ring von 1 Meter Durchmesser zu werfen, der sich in 4 Meter Höhe befindet. Den Ball müssen sich dabei vor jedem gültigen Korbwurf mindestens 3 verschiedene Spieler der angreifenden Mannschaft ohne Unterbrechung durch den Gegner zugeworfen haben.

Als Pferde sind grundsätzlich alle mindestens 4-jährigen zugelassen. Günstig ist dabei ein Stockmaß von 1,55 bis 1,65 Meter. Große Pferde begünstigen selbstverständlich bei einem Angriff auf den gegnerischen Korb die Galoppgeschwindigkeit, verlangen dem Spieler andererseits aber auch akrobatische Fähigkeiten bei der Ballaufnahme vom Boden ab.


Ein auf den Boden gefallener Ball muss nämlich aufgenommen werden, ohne vom Pferd zu steigen und ohne die Gangart des Pferdes zu verlangsamen. Dies wird durch einen besonderen Sattel ermöglicht, der ein Herunterbeugen bis auf den Boden erlaubt. Die Ballaufnahme wird allerdings innerhalb eines Umkreises von 5 Metern um den Ball nur von einem Spieler gleichzeitig versucht. Besondere Prioritätsregeln legen dabei fest, welche Mannschaft ein Zugriffsrecht hat.

Das Spiel wird von zwei Schiedsrichtern geleitet. Zum einen von dem für alle Entscheidungen ausschlaggebenden Feldschiedsrichter, der sich ebenfalls zu Pferd auf Ballhöhe bewegt, und zum anderen von einem außerhalb des Spielfeldes auf Höhe der Mittellinie sitzenden, so genannten Stuhlschiedsrichter. Letzterer hat die Aufgabe, über eine Flagge oder mittels Funkgerät Regelverstöße an den Feldschiedsrichter weiterzugeben. Darüber hinaus muss bei Turnieren auch ein Tierarzt anwesend sein.

Ein rasanter Sport, der gutes reiterliches Können voraussetzt, eine gewisse Akrobatik erfordert und schnelle Reaktionen verlangt. Das erste französische Championat wurde bereits im Jahre 1978 organisiert. Heute zählt Frankreich ca. 5000 Aktive, die Mannschaften treten in 5 Ligen gegeneinander an.

Seit geraumer Zeit wird Horse-Ball auch in Belgien, Portugal, England, Italien, Österreich und Spanien gespielt. In Deutschland wird Horse-Ball seit sechs Jahren praktiziert. Der erste Europacup wurde 1992 in Paris ausgetragen. Frankreich hat diesen Cup gewonnen, gefolgt von Portugal, Belgien, Deutschland, Italien und England.


Geschichte

Entstanden ist dieser Sport, er zählt zu den ältesten Reitsportarten, im Arabischen Raum. Alle angesehenen Familien trafen sich einmal pro Jahr um einen Wettstreit abzuhalten, wo es darum ging, ein Schaffell gefuellt mit Steinen in einen dafuer markierten Punkt zu legen. Die Mannschaft der dies gelang war Sieger und erhielt als Lohn die Pferde der Verlierermannschaft. In Argentinien wurde dieses Ritual mit einer Gans in einem Ledersack gespielt. Die Hunnen bevorzugten die Koepfe Ihrer Feinde.

Um die Jahrhundertwende kam der Sport nach Europa und die Gans wurde ersetzt durch einen aus Leder gebundenen Ball. Die Militaerakademien benutzten ihn um ihren Rekruten das Reitenspielerisch beizubringen.

Vor rund 25 Jahren hat ein Mann namens Depons in Frankreich die laengst vergessene Tradition wieder zum Leben erweckt. Er passte die Regeln dem heutigen Standard an und schuf daraus Horse-Ball wie wir es kennen. Vor 20 Jahren wurde Horse-Ball in Frankreich bei der offiziellen Reitervereinigung als neue Reitsportart aufgenommen und mittlerweile bestehen drei Divisionen, davon eine Profiliga mit rund 5.000 aktiven Horse-Ball Spielern. Die Entwicklung von Horse-Ball fuehrte ueber Portugal, Spanien, England, Belgien, Deutschland, Italien nach Oesterreich, wo 1994 die erste Mannschaft ins Leben gerufen wurde und in spaeterer Folge der OeFHB, als Mitglied beim Bundesfachverband für Reiten und Fahren in Oesterreich, mit einen eigenem Referat angeschlossen wurde.


Entwicklung

Der Sport International

Horse-Ball ist ein kampfbetonter Mannschaftssport, der bedingt durch das Reglement, die Sicherheit von Pferd und Reiter in den Vordergrund stellt. Die Heimat dieses Sports ist Frankreich, und die Vorherrschaft dieser Nation im ueberregionalen Vergleich in ungebrochen. Aber gerade mit dem Neuzugang Oesterreichs im Jahre 1994 wurde ein starker Internationalisierungsschub bemerkbar. Die guten persoenlichen Kontakte zwischen Portugal, Belgien und Frankreich und die damit verbundene zuegige Entwicklung von Horse-Ball in diesen Laendern, liess eine rasche Erweiterung, Blickpunkt Europa, zum damaligen Zeitpunkt nicht zweckmaessig erscheinen, obwohl England, Deutschland, Italien bereits an Europameisterschaften teilgenommen hatten. Die Stellung einer oesterreichischen Nationalmannschaft im Sommer 1994 und ein knapp verlorenes Qualifikationsspiel (6:5), sowie die Nominierung derselben fuer die Europameisterschaft in Portugal, haben die Verantwortlichen des internationalen Verbandes dann auch einigermassen verbluefft. Seit Beginn im Jahre 1994 hat sich Horse-Ball in Oesterreich etablieren koennen und verfuegt derzeit ueber fuenf lizenzierte Mannschaften. Dadurch waren wir heuer in der Lage, eine Liga zu gruenden, die aehnlich wie im Fussball ihre Ligaspiele absolviert.


Die Entwicklung International

In Frankreich wird Horse-Ball seit 25 Jahren gespielt. Heute bestehen drei Divisionen, mit ca. 5000 lizenzierten Spielerinnen und Spielern. Dadurch ist Frankreich auch der "Leithengst" fuer alle Entwicklungsvarianten anderer Laender. Mit 1998 entstanden, neben den bereits existierenden F, D, P, Bel, I, GB, A, Verbaende in Holland, Spanien und der Schweiz.


National

Das Potential fuer eine neue Reitsportvariante ist auch in Österreich gegeben. Unzaehlige Gespraeche auf verschiedenen Turnieren haben das dem Praesidium des OeFHB immer wieder bestaetigt. Das Hauptbestreben des Verbandes lag 1994 darin, eine Kernmannschaft moeglichst rasch an international vergleichbares Niveau heranzufuehren, um damit fuer Österreich erstmals die Teilnahme an einer Europameisterschaft zu sichern. Im Jahre 1995 lag das Hauptaugenmerk des Verbandes in der Verbreitung von Horse-Ball in den einzelnen Bundesländern und im Aufbau einer eigenen Jugendnationalmannschaft, um den Fortbestand des Sports auch fuer die Zukunft abzusichern. Der grösste Erfolg der österreichischen Nationalmannschaft konnte bei der Europameisterschaft in Wels 1999 errungen werden, nämlich den sensationellen dritten Platz, womit wir beweisen konnten, dass Österreich den Anschluss an die fuehrenden Nationen geschafft hat und sich als ernstzunehmender Gegner etablieren konnte.


Regeln

Horse-Ball in wenigen Worten

"Schnell und spektakulär" - ein Horse-Ball Spiel teilt sich in zwei Halbzeiten von je 10 Minuten - zwei Mannschaften zu je sechs Spieler (zwei in der Outzone) kaempfen um den Lederball mit sechs Lederschlaufen. Ohne den Fuss auf den Boden zu setzen wird der Ball aufgehoben, zwischen drei verschiedenen Spielern einer Mannschaft gepasst, und ein Korb geworfen.

Die Angabe

Der Ball, der auf der 10 Meter Linie liegt, muss im Galopp aufgehoben werden (Ramassage). Wenn die Mannschaft den Ball nicht aufheben konnte, wird eine Strafe gegen diese Mannschaft in der Mitte des Spielfeldes ausgefuehrt.

Der Einwurf

Wenn eine Mannschaft einen Korb erleidet, hat dieselbe Mannschaft den Einwurf auf der Mittellinie. Der Ball wird mittels eines Spielers eingeworfen. Die Mannschaften stellen sich links und rechts der Mittellinie im eigenen Feld auf. Der Einwurf muss unparteiisch erfolgen, ansonsten geht der Ball an die gegnerische Partei.

Die Verteidigung (der Kontakt)

Um dem Gegner den Ball zu entziehen, dürfen sich die Spieler mit den Pferden beruehren (Blocken). Um keine gefaehrliche Situation hervorzurufen darf der Spieler keinen Winkel von mehr als 45 Grad reiten - ausgehend von der Spielrichtung.

Die Strafen

Wenn ein Spieler gegen die Regeln verstoesst, gibt es, je nach Schwere des Vergehens, eine Strafe für die gegnerische Mannschaft. Die Mannschaft, die beguenstigt, und somit auch in Ballbesitz ist, darf entweder direkt auf den Korb schiessen, oder auch indirekt aus folgenden

Distanzen:
Strafe 1 (schweres Vergehen): Wurf aus 5 Meter vom Korb
Strafe 2 (weniger schweres Vergehen): Wurf aus 10 Meter vom Korb
Strafe 3 Ausgangspunkt - wo das Vergehen geschehen ist.

Vorrecht zur Ballaufnahme

Ein Spieler besitzt das Vorrecht zur Ballaufnahme, wenn er sich in Spielrichtung befindet - ausgehend von der Spielrichtung die der zuletzt in Ballbesitz gewesene Spieler eingenommen hatte.

Berrechtigung zum Korbschuss

Die Berechtigung zum Korbschuss erhaelt die Mannschaft, die drei Paesse in ununterbrochener Reihenfolge durch drei Spieler derselben Mannschaft ausgefuehrt hat.